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So war's
Wer in der Nacht zum Sonntag das Wetter erlebt hatte – das Orga-Team des swb-Marathons gehörte dazu,
denn es hatte alle Hände voll zu tun – hätte diese Veranstaltung nicht erwartet: Bei kühlen Temperaturen
um 15 Grad, aber überwiegend auch bei strahlenden Sonnenschein ging der 5. swb-Marathon über die Bühne.
„Das war die beste Veranstaltung, die ich hier erlebt habe“, meinte Schrimherr Willi Lemke, und er war
nicht allein sein mit dieser Ansicht.
Es waren die rund 5500 Teilnehmer auf den drei Strecken über die volle Distanz von 42,195 Kilometern,
den Halbmarathon und die 10 Kilometer, die dem Jubiläumsmarathon schon mal das Prädikat außergewöhnlich
verliehen hatten. Schließlich waren rund 25 Prozent mehr Läufer gemeldet als in den Vorjahren. Dass sich
dazu etwa 80000 Zuschauer, und damit ebenfalls deutlich mehr als jemals zuvor, auf zum Lauf durch die
Stadt machten, war die zweite positive Zahl des Tages. Da durfte das Wetter einfach nicht den
Spielverderber spielen und musste sich von seiner besten Seite zeigen.
„Wundervoll“, der Kommentar von Tegla Loroupe fiel ebenso knapp wie eindeutig aus: Die ehemalige
Weltrekordlerin sammelte mit ihrem Startgeld nicht nur ordentlich Geld ein für das Internat in der
kenianischen Heimat. Sie kam auch noch selbst voll auf ihre Kosten. „Tegla hatte ein Heimspiel“,
meinte ihr Laufpartner Willi Lemke zur tollen Stimmung an der Strecke. Gemeinsam liefen die beiden
den Großteil des Halbmarathons. Zuvor war Tegla Loroupe mit rund 1300 Marathonis gestartet, hatte
aufgrund einer Verletzung jedoch abkürzen müssen. Das nächste Mal möchte der Weltstar gern wiederkommen
und durchlaufen, das versprach Tegla, bevor sie sich zum Bahnhof aufmachte.
Wo schon mal vom Heimspiel die Rede war: Oliver Sebrantke von der LC Hansa Stuhr hieß der Sieger auf
der Marathon-Distanz. Dieser Erfolg überraschte nicht nur den Gewinner selbst, ihn aber besonders: In
Berlin hatte Sebrantke vor zwei Wochen noch eine persönliche Bestzeit aufgestellt (2:39 Std.).
In Bremen setzte er noch einen drauf und verwies in 2:38:11 Std. Rolf Schwabe (2:39:33 std., Fallersleben)
und Gernot Breitschuh (2:48:03 Std., Hassendorf) auf die Plätze. „Die Konkurrenz war schon stark, um so
schöner ist der Sieg“, meinte der glückliche Sieger aus dem Örtchen nahe Bremen. Ein wenig unglücklich
war dagegen Klaus Prieske (LG Wedel Pinneberg): Sein fünfter Platz und die Zeit von 2:49:25 Std. nötigte
den Besuchern auf der Bürgerweide zwar auch eine Menge Respekt ab. Aber der Hamburger hatte Pech: Sein
Führungsfahrrad verlor am Weserstadion kurzzeitig die Orientierung und Prieske damit den sicher geglaubten
dritten Platz. „Wir werden uns etwas einfallen lassen, damit er beim nächsten Mal ganz zufrieden ins Ziel
kommt“, versprach Herwig Renkwitz, der sportliche Leiter.
Ganz und gar guter Stimmung war die Siegerin der weibliche Konkurrenz: Eva Brinkmann (Germania Leer) war
sogar noch etwas verblüffter als Sebrantke, denn sie lief ihren ersten Marathon überhaupt. „Sonst
bin ich immer auf den 10000 Metern“, meinte die sympathische Friesin. Sie hatte sich eine Zeit um die 3:20
Std. zum Ziel gesetzt, lief 2:59:26 Std. und wird angesichts der guten Erfahrung bestimmt einen neuen Anlauf
machen in 2010: „Der swb-Marathon liegt ja direkt vor der Tür.“ Silvia Nierula (3:10:57 Std., Neuenstein)
und Sabina Andres (3:15:27, Schleswig) komplettierten das Trio auf dem Treppchen.
Der 5. swb-Marathon war jedoch weit mehr als das Rennen über 42,195 Kilometer. Etwa die spannenden Entscheidungen
auf den anderen Strecken und die guten Ergebnisse der regionalen Szene. Frauke Fichtner (LG Kreis Verden) und
Ingo Müller (Marathon-Club) belegten gute zweite Plätze über die 10 Kilometer der Deutschen Bank, Sonja Rikken
(Sport-Lounge Munte) wurde Dritte, und Sebastian Lüning (LG Bremen Nord) holte beim AOK-Halbmarathon einen
starken dritten Platz vor Himet Ciftci (Marathon-Club).
Begonnen hatte die Veranstaltung auf Samstag mit zwei stimmungsvollen Wettbewerben. Dass die rund 400 Kinder
am Nachmittag für eine Menge Betrieb und einen sehr ordentlichen
Vorgeschmack auf den Sonntag sorgen würden, war ja vorher klar gewesen. Der absolute Gewinner des ersten Tages
war allerdings der MILRAM-Frühstückslauf gewesen. Er hatte mit insgesamt rund 300 Teilnehmern die Erwartungen
erfüllt und ein deutliches Zeichen gesetzt: Gemeinsam liefen die Frühstücksläufer und die Menschen mit geistiger
Behinderung vom Special City-Run durch den Bürgerpark, und sie hatten dabei jede Menge Spaß. Wer dann noch
erlebte, wie die Läufer glücklich und ganz ohne Zeitdruck durchs Ziel kamen, wusste, dass dieser Lauf eine
Zukunft haben wird.
Wie die meisten anderen Dinge dieser Veranstaltung auch: Wir sehen uns in 2010 !!!
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